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Teil 4: Einreise nach China - Xinjiang, eine Provinz im Ausnahmezustand - Columbus Reisetagebuch
Columbus Reisetagebuch

Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt (Lao Tse)

Teil 4: Einreise nach China – Xinjiang, eine Provinz im Ausnahmezustand

Am 14. Mai 2019 ist die Unternehmung “Chinesische Grenze” angesagt. Im ersten Tageslicht fahren wir Richtung Grenzpass. Die Strecke über den Torugart Pass ist ein weiterer landschaftlicher Leckerbissen.

 

Über einen möglichen Ablauf des Grenzprozederes wurden wir am Vorabend instruiert. Das tatsächlich Erlebte sprengt jedoch jegliche Vorstellungen und wird an dieser Stelle nicht genauer beschrieben. Nur soviel: Die Einreise nach China mit unseren eigenen Fahrzeugen kostet uns drei Tage Hotelaufenthalt in Kashgar und unseren gesamten Kühlschrankinhalt. Einigen anderen auch die gesamte Bibliothek und Reiseliteratur, das Kartenmaterial mit Taiwan drauf konnten wir dann erstaunlicherweise doch behalten. Unsere gesamten Elektronikgeräte wie Computer, Handy, Fotoapparat und iPads wurden durchsucht, vor allem die Fotodateien! Die Wohnmobile mussten wir im Grenzhof stehen lassen für das weitere Einreiseprozedere der nächsten beiden Tage. Völlig erschöpft nach diesem Wahnsinn kommen wir morgens um 01:30 Uhr mit dem Bus in dem uns von Peking ausgesuchten Hotel an. Wenigstens ist es ein sehr gutes Hotel!

In diesen drei Einreise- Tagen bemühten wir uns um eine chinesische Autonummer und einen chinesischen Führerausweis, dies alles mit Hilfe von zwei chinesische Guides. Zwei zusätzliche Verbindungsleute halfen uns mit den Zollformalitäten und hielten bei Bedarf Kontakt zu Peking!
Während die Fahrzeughalter drei Tage mit diesem Einfuhrprozedere beschäftigt waren, machten wir Frauen mit dem Taxi Ausflüge in die Altstadt von Kashgar und von der örtlichen Polizei nicht gern gesehene Spaziergänge in die Nachbarschaft.

Altstadt von Kashgar

 

Endlich, nach drei Tagen Warterei im Hotel geht unsere Reise mit den Reisemobilen wieder weiter. Morgens um 6 Uhr, noch im Dunkeln machen wir uns auf Richtung Taklamakan Wüste. Da diese Route in einer hoch sensiblen politischen Gegend der Uiguren liegt, dürfen wir keinen Schritt ausserhalb der Strasse tun, sind auf Schritt und Tritt bewacht und müssen am ersten Tag 11 Checkpoint mit massiven Kontrollen passieren!!! Zweimal werden wir sogar im Polizeikonvoi rund um Dörfer geführt. Zum Mittagsstopp werden wir sofort von 7 schwer bewaffneten Polizisten weggewiesen. Auch ein harmloser Einkauf in einem Dorf liegt nicht drin. Vordergründig zu unserem Schutz – doch sollen wir wohl auch nichts von den hier herrschenden Zuständen mitkriegen. Zur Erinnerung: Mindestens 1 Million Uiguren leben hier in Internierungs- oder sogenannten Umerziehungslager.
Auf den Strassen herrscht kein Leben, alle 100 Meter filmt eine Videokamera die Nummernschilder der Autos, jede Strassenkreuzung ist von schwer bewaffneten Polizisten gesperrt, in den Dörfern stehen Bürgerwehren mit Schlagstöcken bereit, die Tankstellen sind schwer vergittert, der Beifahrer muss vorher aussteigen und der Fahrer muss sich ausweisen. Gottlob haben wir einen grossen Tankvorrat!

 

Unsere Route führt uns über die Seidenstrassen- Städte Hotan und Minfeng am Rande der zweitgrößten Sandwüste der Welt, der Taklamakan. Pünktlich zur Durchquerung der grossen Wüste kommt ein richtiger Sandsturm auf. Es wird gespenstisch dunkelgelb, die Sicht ist teilweise auf 150 Meter beschränkt. Die Lunge schmerzt, der Sand dringt durch jede Pore. Ein feiner Sandfilm legt sich über alles – innen wie außen! Zwei Tage fahren wir in diesem Sandsturm durch die Wüste. Am dritten Tag endlich schläft der Wind ein.

Kurzes Aufatmen am Night – Market in Hotan

 

Wir haben Glück und dürfen eine Nacht in der Taklamakan übernachten. Selbstverständlich nur mit genauester Absprache mit Peking. Zwar nicht an der zugesagten Stelle, doch finden wir eine Stelle, an der mit ein wenig nachhelfen auch die nicht geländegängigen Womos einen Platz finden. Endlich können wir uns wieder ein paar Schritte frei bewegen und durchatmen. So viel Kontrolle und Überwachung bekommt uns Westlern nicht wirklich gut. Voll Übermut besteige ich die höchste Düne und genieße einen kurzen Moment der Freiheit. Trotz allem sind wir natürlich auch hier voll unter Kontrolle: Die Geheimpolizei oder Zivile Polizei schaut vorbei und filmt uns, selbstverständlich geheim.

 

Nach knapp 1000 Kilometern auf dem Taklamakan Desert Highway fahren wir heute bereits wieder raus aus der Wüste. Über Korla, einer Stadt auf der mittleren Seidenstrassenroute gelangen wir zum Boston Lake, einem der grössten Seen in China. Hier gibt es einen Verlustierungspark mit Pagodentürmchen, Koibecken, Funbikes und Sandstrand. Nach soviel Vergitterung und Einschränkungen mutet diese Vergnügungsoase sehr fremd an und eine freudige Stimmung will nicht so recht aufkommen. Trotzdem geniessen wir in einem der Restaurants eine Riesenplatte Fisch und lauwarmes Bier.

 

Auf einer gut ausgebauten Autobahn fahren wir über einen 1785 Meter hohen Pass, dann hinunter in die Turpansenke, dem dritt tiefsten Punkt der Erde, auf 155 Metern unter dem Meeresspiegel gelegen. Durch endlos triste Wohn-Gegenden und Pflanzungen rollen wir auf einer brandneuen und auf keinen Navigationssystemen verzeichneten Autobahn der Stadt Turpan entgegen, einer Oase mitten zwischen zwei Wüsten. Turpan war früher ein wichtiger Handelsumschlagplatz der nördlichen und südlichen Seidenstrasse und die einzige Stadt, die von den Karawanen Zoll verlangte. Übrigens soll es früher auf diesen Handelswegen bloss ein paar wenige Überlebende gegeben haben, die diese Strapazen überlebten. Turpan oder Turfan liegt im Tarimbecken, in einer Senke mit durchschnittlich 80 Meter unter dem Meeresspiegel. Somit ist dies gemeinsam mit dem Toten Meer und dem Death Valley eine der wenigen Stellen der Erde, die unter dem Meeresspiegel liegen. Im Sommer herrschen hier Temperaturen um die 50°. Jetzt im Frühjahr sind es bloss 40 Grad im Schatten. Uff!

Trotz dieser Temperaturen besuchen wir drei touristisch aufbereite Ausflugsziele. Zuerst die Ruinenstadt der ehemaligen Festung Jiaohe, die vom 2. bis ins 5. Jahrhundert Hauptstadt eines uigurischen Königreiches war. Im 13. Jahrhundert aber von den Mongolen dem Erdboden gleichgemacht wurde.
Als zweites Ziel haben wir der Moschee Sugong Ta mit dem speziellen Minarett- Turm einen Besuch abgestattet. Diese ist jedoch bloss noch Museum und darf nicht mehr zum beten benützt werden.

 

Als drittes Ziel wird uns von unserem chinesischen Tourguide das ausgeklügelte Bewässerumgssystem, das sogenannte Karezsystem erklärt. Um die Wüste und die herrschen klimatischen Bedingungen des Tarimbeckens ohne Regen und mit Temperaturen von bis plus 50 Grad überhaupt besiedlungsfähig zu machen, wird seit über 2000 Jahren das Wasser in unterirdisch geführten Kanälen von den etwa 1000 Kilometer entfernten Schmelzwasser der Gletscher des Tienshan- Gebirges hergeleitet. Eine Meisterleistung!

 

In der Oase Turpan werden vor allem Trauben für Weinbeeren angebaut. In speziellen Lehmgitter- Häuschen werden diese getrocknet. Sogar für seinen Cabernet sei Turpan berühmt.
Am Nachmittag ist es so heiss, dass nichts mehr geht. Auf einem heißen Hotelparkplatz harren wir aus, versuchen die Website aktuell zu halten und warten bis es Abend und damit kühler wird. Auch das Kochen schenken wir uns und genießen das feine chinesische Essen im nahe gelegenen Restaurant, wo wir als Gruppe an einem gläsernen Drehtisch verschiedene chinesische Gerichte bestellen.

Über Hami fahren wir eine lange trostlose Strecken auf einer meist guten Autobahn Dunhuang entgegen. Die Autobahnen hier kosten Maut, und zwar nicht wenig. Wir müssen jedes Mal kämpfen, dass wir nicht die hohen LKW- Gebühren zahlen müssen und haben deshalb ein vorgedrucktes Papier auf chinesisch, das uns als Kleinwagen ausweist. Dies geht natürlich nicht einfach so durch. Meistens braucht es ein bis zwei Telefonate mit unserem chinesischen Guide, der dann dem Schrankenpersonal erklären muss, dass dies so ist! Kicher!!!

Wir wollen diese restriktive Provinz Xinjiang mit all ihren Kontrollen so rasch als möglichst verlassen. Wir kämpfen mit streckenweise heftigen Winden und dementsprechenden Dieselverbrauch. Eines der Teamautos kämpft mit weiteren Problemen und muss mit einem Motorschaden abgeschleppt werden.
Endlich gelangen wir in die Provinz Gansu. Hier soll es keine Polizeikontrollen mehr geben und nicht mehr alles mit Stacheldraht eingezäunt sein. Ob wir uns in der neuen Provinz tatsächlich freier bewegen dürfen? Wir können fast nicht daran glauben.

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