Columbus Reisetagebuch

Eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt (Lao Tse)

Teil 8: Thailand mal anders – mit dem eigenen Fahrzeug und in der Regenzeit

So einfach wie sich für uns Teilnehmer die Einreise nach Thailand mit unseren Womos gestaltete, war es im Vorfeld leider nicht. Es brauchte eine lange Vorbereitungszeit von Seiten von Abenteuer Osten und der thailändischen Partner- Organisation. Drei Tage vor Einreise war noch nicht klar, ob wir überhaupt mit unseren Womos einreisen dürfen.
Umso glücklicher waren wir nach zwei Stunden drinnen im Womo- unfreundlichen Land. Dies war jedoch nicht immer so. Erst nach massenweisem Einfall von chinesischen Wohnmobilisten wurde vor etwa 4 Jahren der Riegel geschoben und ein totales Verbot verhängt. Jetzt kommt man bloss noch mit ganz besonderen Kontakten rein. Dazu herrscht Hotelpflicht. Dies habe ich leider ganz verdrängt, war aber bei dem Vorbereitungstreffen ganz klar angesprochen.
Wir übernachten die erste Nacht in einer Beach- Bungalow- Anlage in der Nähe von Chanthaburi. Bei einem schönen Seafood- Essen werden wir von der thailändischen Reiseagentur ums empfangen.

 

 

Doch eine Hürde haben wir schon zu bewältigen. Wir müssen den thailändischen Führerschein machen. Also geht es nach der ersten Nacht mit zwei Stapeln von Papieren auf zum Strassenverkehrsamt. Wir, die wir doch alle tausende von Kilometern von Europa bis hierher gefahren sind, müssen nachsitzen wie Erstklässler und uns Filme zum Verhalten auf Thailands Strassen anschauen, Reaktions- und Sehtests bestehen, Blutdruck und Puls messen lassen. Endlich – nach 4 Stunden haben wir das begehrte Kärtchen in der Hand und können wieder fahren. Wir allerdings dürfen bloss noch PKW, Pickup und Minibus fahren. Den LKW Führerschein haben sie schlichtweg vergessen. Na dann werden wir unseren Dicken auf thailändische Minibusgrösse schrumpfen lassen! Kicher!!!

 

 

Natürlich stürzen wir uns nach dem ersten Gewöhnen an den Linksverkehr gerade in das Abenteuer Bangkok. Nein, nicht mit dem Partybus – wir versuchen es mit dem eigenen Wohnmobil.
Die letzten 40 Kilometer in die Stadt werden wir allerdings von einer Polizeieskorte mit Blaulicht und Weghupen der anderen Verkehrsteilnehmer in das Zentrum geleitet. Manchmal werden ganze Strassen für uns einfach kurzfristig gesperrt.

 

 

Leider herrscht hier in Thailand Hotelpflicht, so werden wir für drei Nächte in ein Stadthotel einquartiert, während unsere Fahrzeuge mal geschont werden.
Natürlich haben wir in Bangkok auch Programm. Am ersten Tag besuchen wir mit tausenden von Chinesen den Königspalast. Wir werden von der Menschenmenge durchgeschoben und fragen uns, wie es sein wird, wenn auch die Inder im großen Stil reisen werden.
Eine Fahrt durch das Kanalsystem Bangkoks, den sogenannten Klongs vermittelt uns nochmals einen weiteren Eindruck.
Auch ein Spaziergang durch den Blumenmarkt und der Besuch des Tempels Wat Arun ist noch im Programm.

 

 

Auf dem Blumenmarkt von Bangkok

 

Wat Arun

 

 

Der Besuch der Khaosan-Road ist eine Erfahrung für sich. Es heisst , hier sie alles möglich. Eher auf ein jüngeres Publikum und Traveller ausgelegt, lassen wir uns vorbei an Ständen mit gegrillten Skorpionen und Freiluft- Massageliegen, an Händlern mit Lachgasballonen und massenweise Alkoholschänken zu einem der unzähligen Strassenrestaurants leiten. Mit dem Bestellen klappte es offenbar einfach nicht, mein Menü wollte einfach nicht kommen. Auch nach mehrmaligem Nachfragen war da nichts. So dass ich schlussendlich ohne Essen wieder ins Hotel gefahren bin. Was mir in meinem ganzen bisherigen Leben noch nie passiert war, dass ich gar nichts kriegte, geschieht hier an der Khaosan Road. Alles ist hier möglich!

 

 

Ein Bangkok- Highlight haben wir dann doch noch zu verbuchen. Die drei stündige extra für Touristen zugeschnittene Fahrradtour führte uns ins ungeschminkte Bangkok. Hier wo garantiert nie ein Tourist freiwillig seine Füsse, geschweige denn seine Nase rein stecken würde, sind wir 12 mutigen Teilnehmer hingefahren. Über schmale Hinterhöfe, bei denen wir fast mit dem Lenker hängen bleiben, quer durch Marktstände und Autoschrottplätze über Brücken und Kanäle, mitten durch den Hauptbahnhof von Bangkok, quer durch Chinatown bis hin zu stillen Tempeln und den Vorgärten einiger weniger begüterten Leuten; alles haben wir mit den Bikes ohne Gänge abgefahren. Berührt von soviel Armut sind wir dankbar wieder in den klimatisierten Minubus gestiegen und mit vielen neuen Eindrücken zurück in unser schönes Hotel gekehrt.

 

 

Bloss raus aus Bangkok!

 

Endlich, nach drei Tagen Bangkok geht das Ralley wieder weiter. Per Polizeieskorte werden wir an den Stadtrand von Bangkok begleitet, wo wir im heftigen Verkehr kaum vorwärts kommen. Glücklich erreichen wir am späteren Nachmittag den Naturpark Prachuap Khiri Khan am Golf von Thailand. Wir stehen ausnahmsweise auf einem Campingplatz und geniessen zwei Tage Beachlife. Sogar das Kajak wird aufgepumt und die Küste mit den einsamen Beaches erkundet. So gefällt es uns!

 

 

Doch Thailand hat nicht nur tolle Strände, auch unzählige Nationalparks locken zu einem Besuch. Wir fahren den Khao Sok NP inmitten von schönen mit Dschungel bewachsenen Kalkbergen an. Hier wurde ein riesiger Stausee angelegt auf dem wir per Longtailboot die wundervolle Natur erkunden. Wir sind schön früh dran und genießen die mystische Stimmung mit den Nebel umhangenen Dschungelbergen. An einem der Fischerdörfer legen wir an und genießen einen Badeplausch. Übernachtet hat die Gruppe in einem schönen Bungalow – Hotel. Wir als Hardcore- Camper ziehen jedoch unser luftiges Schneckenhaus vor.

 

 

 

Natürlich darf auch ein Aufenthalt an einem der berühmten Strände nicht fehlen. Wir stoppen für drei Tage in Khao Lak, wo wir leider in einem Hotel logieren. Der Strand ist praktisch menschenleer, die Wellen ziemlich hoch, so dass ein Schwimmen bloss im Pool möglich ist. Doch ein feines Essen am Strand ist auch zur falschen Jahreszeit wunderbar.
Denn – wer besucht schon Thailand im Sommer? Das können bloss die verrückten Wohnmobilisten aus Europa sein! Es ist Regenzeit! Und wir kommen auch täglich in den Genuss mehrere heftiger Schauer. Wäsche trocknen wird so zum Spiessruten laufen. Doch ein bisschen Bewegung tut uns ja gut.

 

 

Wir unternehmen von Khao Lak aus einen Ausflug zu den sehr touristischen James Bond Inseln. Die Gegend mit den unzähligen mit dichtem Dschungel und zum Teil endemischen Pflanzen bewachsenen Felsinseln ist eigentlich wunderschön. Doch eine dreistündige Bootstour in einem Longtailboot und derem ohrenbetäubenden Lärm schmälert den Genuss leider sehr.

 

 

 

Die Weiterfahrt führt uns durch eine tolle mit Dschungel bewachsene hügelige Landschaft vorbei an Krabi und später ganz in den muslimischen Süden von Thailand bis an die Pak Meng Beach. Über diese Region steht in keinem Reiseführer etwas. Hierhin verirrt sich wohl auch kein westlicher Tourist. Durch besondere Beziehungen und dem Einwirken unseres obersten Chefs in Berlin können wir auch hier frei an der Beach stehen und müssen kein Zimmer buchen. Zum Baden ist das Meer hier nicht geeignet, zugemüllt und bei Ebbe ziemlich stinkend. Für das Auge ist der Ausblick grandios!

 

 

Leider regnet es am zweiten Tag fast pausenlos und sintflutartig. Sogar unser Grill- Abschieds- Abend fällt im wahrsten Sinne ins Wasser. So ist das eben Thailand in der Regenzeit! Was nimmt man nicht alles auf sich, um auf dem Landweg nach Australien zu gelangen.

 

 

Am 17. Juli 2019 verlassen wir Thailand bereits wieder und reisen über eine kleine Grenze nach Malaysia ein. Wir kennen von Malaysia bloss die Insel Langkawi und Kuala Lumpur. Welche Abenteuer werden uns dort wohl erwarten?

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